Ekiba schließt Haushaltslücke: Weitere Einsparungen in Höhe von 14,49 Millionen Euro
- 23.10.2025 -
Keine Einschnitte in der Seelsorge und bei der theologischen Aus- und Weiterbildung
Bad Herrenalb/Karlsruhe (23.10.2025). Die Landessynodalen der Evangelischen Landeskirche in Baden haben am Donnerstag zum Abschluss ihrer Herbsttagung weitere Einsparungen in Höhe von rund 14,49 Millionen Euro beschlossen. Damit wird die bisher noch bestehende Finanzlücke in Höhe von zwölf Millionen Euro geschlossen, um im Jahr 2032 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Es ist zugleich der Abschluss des notwendigen Konsolidierungspaketes in Höhe von insgesamt rund 150 Millionen Euro angesichts sinkender Mitgliederzahlen. Seit dem Doppelhaushalt 2022/2023 waren in einem ersten Schritt Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro auf den Weg gebracht worden. Im Frühjahr hatten die Landessynodalen weitere Sparmaßnahmen in Höhe von 38 Millionen Euro für den kommenden Doppelhaushalt beschlossen.
„Hinter uns liegen arbeitsreiche Tage mit intensiven Diskussionen und einem konstruktiven Austausch. Dafür und für die erzielten Ergebnisse bin ich meinen Konsynodalen sowie allen Mitarbeitenden sehr dankbar“, resümierte Synodalpräsident Axel Wermke am Ende der Herbsttagung und betonte: „Qualität ist und bleibt uns wichtig. Das, was wir machen, wollen wir gut machen.“
Mit den jüngsten Finanz-Entscheidungen sieht Landesbischöfin Heike Springhart die Evangelische Landeskirche in Baden „an einem Punkt, an dem die Synode mit großen Kraftaufwand Weichen gestellt hat, und wir nun gut in die Zukunft gehen können mit viel Luft im System, Kirche zu gestalten.“
Mit ihren Entscheidungen auf dieser Herbstsynode setzten die Landessynodale bewusst Schwerpunkte für die Kirche der Zukunft. Keine Einschnitte wird es in der Seelsorge, bei den psychologischen Beratungsstellen sowie im Bereich der theologischen Aus-, Fort- und Weiterbildung geben. Für die Jugendbildungsstätten wird es ebenfalls keine weiteren Einsparungen geben, die über die im Frühjahr getroffenen Entscheidungen hinausgehen. Auch die übrigen Arbeitsfelder im Bereich der Jugend müssen nahezu keine weiteren Kürzungen umsetzen.
Kinder und Jugendliche im Blick
„Die Landesynode hat sich für dafür ausgesprochen, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von den globalen Kürzungsvorgaben um 30 Prozent auszunehmen und besser zu stellen. Dahinter steht die Überzeugung, dass es besonderer Anstrengungen bedarf, um junge Menschen zu erreichen und langfristig in Kirche und Gemeinden zu beheimaten“, erläuterte Thomas Schalla, der Vorsitzende des Bildungs- und Diakonieausschusses, in seinem Bericht die Entscheidung und fügte hinzu: „Kinder und Jugendliche sollen im Blick sein, wenn es um künftige Schwerpunkte kirchlicher Arbeit geht, auch wenn insgesamt weniger Geld zur Verfügung steht.“
Dazu gehört auch, dass das Religionspädagogische Institut der Landeskirche keine weiteren Beträge einsparen muss. Allerdings wird eine verbindliche Kooperation mit Württemberg für den Religionsunterricht in Baden-Württemberg angestrebt.
Debatten und Anpassungen im Plenum
Dass es sich die Landessynodalen nicht einfach machten, zeigte sich auch noch in der abschließenden Plenarsitzung. Leidenschaftlich wurde über einzelne Punkte diskutiert, Änderungsanträge eingebracht. So wurden die Kürzungen in den Bereichen der Fachschulen für Sozialpädagogik von 400.000 auf 200.000 Euro reduziert, das Minus im Bereich Mission und Ökumene von 250.000 auf 100.000 Euro. Ein Antrag die Kürzung im Bereich der Erwachsenenbildung und Akademie final noch einmal um 300.000 Euro zu verringern, fand dagegen keine Mehrheit.
Die Evangelischen Schulen in Baden werden künftig Zuschüsse in Höhe von 1,8 Millionen Euro aus dem landeskirchlichen Haushalt erhalten. Das bedeutet eine weitere Kürzung um 0,7 Millionen Euro, nachdem bereits im Frühjahr eine moderate Absenkung um 0,3 Millionen Euro entschieden worden war. Als Unterstützung wurde im Gegenzug beschlossen, dass die Landeskirche für die Evangelischen Schulen Bürgschaften von Darlehen übernehmen kann.
Fünf große Einsparbereiche
Große Kostenreduzierungen, die sich auf insgesamt rund 11,59 Millionen Euro addieren, wurden für folgende fünf Bereiche beschlossen.
Die Gehaltsnebenkosten bei kirchlichen Beamten sollen insgesamt um 2 Millionen Euro sinken. Dafür kommen verschiedene Bausteine in Betracht, die nun näher analysiert und konkretisiert werden müssen, unter anderem im Bereich der Beihilfen. „Der Staat geht hier ebenfalls entsprechende Wege im öffentlichen Dienst“, sagt Oberkirchenrat Martin Wollinsky.* Das Gehaltsniveau bleibt erhalten.
Weitere Einsparungen in Höhe von 3 Millionen Euro sind bei den FAG-Mitteln geplant, den Zuweisungen an die Gemeinden. Das bedeutet bei einem Gesamtvolumen von bisher 74 Millionen Euro eine Reduktion von rund vier Prozent. Möglichkeiten zur Kompensation können sich aus den eingeleiteten Strukturmaßnahmen ergeben, wie Fusionen auf Gemeindeebene mit entsprechenden Auswirkungen auf die Bündelung von Kapazitäten und die Nutzung von Gebäuden.*
Auf der Ebene der Kirchenbezirke wurde von den Landessynodalen eine Minderausgabe in Höhe von rund 2,79 Millionen Euro für Sach- und Personalkosten auf Leitungsebene bis zum Jahr 2032 beschlossen. Erreichbar sei dies durch die Zusammenlegung weiterer Kirchenbezirke.
Die Erwachsenenbildung und die Akademie werden bei einem bisherigen Gesamtetat von 3,3 Millionen Euro Einsparungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro umsetzen müssen. Dies soll unter anderem durch eine Neuausrichtung gelingen. Die starke Ausdifferenzierung soll in Richtung Unterstützungsstrukturen neu gebündelt werden. Eine Angebotsreduktion dürfte gleichwohl die Folge sein.
Betroffen von Sparbeschlüssen ist auch die Evangelische Hochschule in Freiburg. Ab 2031 soll ein Betrag in Höhe von 2 Millionen Euro jährlich eingespart werden, zusätzlich zu den 1,5 Millionen Euro, die bereits im Frühjahr 2025 durch die Landessynode verabschiedet worden sind. Die Landeskirche wird daher gemeinsam mit der EH Freiburg und dem Land Baden-Württemberg eine Lösung entwickeln, um die Hochschule abzusichern. Denn die Landeskirche weiß um die Qualität und die gesellschaftliche Notwendigkeit des Leistungsportfolios der Hochschule in Lehre, Forschung und Weiterbildung. Qualifikation für den Diakon*innenberuf ist dabei eingeschlossen.*
Neben diesen fünf großen Handlungsfeldern wurden ebenfalls Einsparungen im Bereich der Fachschulen für Sozialpädagogik beschlossen. Der Zuschuss der Landeskirche zur Arbeit der Fachschul GmbH soll um 200.000 Euro reduziert werden.
Die Finanzierung der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg soll künftig auf eine breitere Basis gestellt werden, da an ihr in größerem Umfang Musiker auch für andere Landeskirchen ausgebildet werden. Zudem wird die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren angestrebt. Dadurch soll der eigene finanzielle Aufwand reduziert werden. Die Landessynodalen beschlossen, dass zeitnah 200.000 Euro und ab dem Jahr 2031 weitere 150.000 Euro eingespart werden müssen.
Evangelischer Oberkirchenrat: Büroflächen werden reduziert
Beim Bedarf von Büroflächen für den Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe sind Einsparungen in Höhe von 550.000 Euro beschlossen werden. Durch den inzwischen geringeren Personalbestand und Homeoffice sei eine deutliche Flächenreduzierung möglich.
Da die Landessynode auch Schwerpunkte für die Zukunft setzen möchte, hat sie neben den Sparbeschlüssen für einzelne Handlungsfelder dem Evangelischen Oberkirchenrat auch eine größere Anzahl von Begleitbeschlüssen als Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben.
Weitere Informationen zur Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden finden Interessierte:
* Dieser Text wurde am 31.10.2025 an den gekennzeichneten Stellen aktualisiert.




