Impulse zum Innehalten und Beten

 

Der AndachtsCast

Ein täglicher Snack für die Seele
Produzent: Evangelisches Medienhaus GmbH
 
 
 
Frau hält Buch mit fliegendem Konfetti
 

Jahreslosung 2026

Der Vers "Siehe, ich mache alles neu!" steht im 21. Kapitel der Offenbarung.
Johannes beschreibt in einer Vision, wie Himmel und Erde neu geschaffen und Tränen, Tod und Leiden überwunden werden.
In dem Bibeltext heißt es: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein". Johannes zeichnet in seiner Vision eine Stadt, die Schutz bietet und in der "nichts Unreines" hineinkommt. Denn in dieser neuen Welt wohnen die Menschen ganz nah bei Gott. Johannes schildert in seinem Text eine komplette Verwandlung. Die alte Welt mit all dem Unrecht, der Einsamkeit, der Gewalt verschwindet und wird überwunden.

In einer Welt voller Krisen, Kriege und Unsicherheit bildet der Bibeltext von Johannes eine ganz neue Option, ein Gegenentwurf. Der Text erinnert uns daran, zu hoffen und zu vertrauen. Und er ruft uns dazu auf, die Welt mitzugestalten und zu verbessern. Die Vision des Reich Gottes bildet dabei keine ferne Utopie, sondern eine sehr konkrete Einladung, uns dieser Utopie ein wenig zu nähern – indem wir in unserem Umfeld für Frieden, Vergebung und Liebe sorgen.
 
Rieke C. Harmsen
Sonntagsblatt | sonntags.bayern
Evangelischer Presseverband für Bayern e.V. (EPV)
 

Erleben wir nicht gerade eine Karfreitagsstimmung in dieser Welt? So vieles scheint aus den Fugen zu sein. Wie gelangen wir zu österlicher Freude angesichts der vielen Unsicherheiten, die uns umtreiben? Und noch viel persönlicher: wie gelangen wir zu österlicher Freude, wenn wir selbst in unserem engsten Umfeld Trauriges erleben; wenn es immer wieder gilt, Abschied zu nehmen und den Schmerz der Trennung auszuhalten? 
Sicherlich nicht, indem wir alle Angst, Schmerzen und Traurigkeit einfach verdrängen, verdrängten Schmerz mit Lustigkeit überspielen und falsche Freude hinausposaunen. Jesus zeichnet in seiner Abschiedsreden an seine Jüngerinnen und Jünger einen Weg auf, der von der Trauer zur Freude führt, indem er ein Bild verwendet. 
Jede Frau, die ein Kind geboren hat, weiß, dass die Geburt eines Kindes genau durch diesen Wandlungsprozess von der Angst hin zur Freude bestimmt ist: Die Geburt eines Kindes ist begleitet von körperlichen Schmerzen und von der Angst um das neugeborene Leben. Aber das wandelt sich in Freude, wenn das neugeborene Kind in den Armen der Mutter liegt. So ging es auch seinen Jüngerinnen und Jüngern – und das zeigt Jesus als Weg für uns alle auf: ein Weg durch Abschiedsschmerz und Angst hindurch hin zur Freude, in der die Angst aufgehoben wird. 
Diesen Weg gehen wir in unserem Glauben immer wieder, indem wir immer neu Ab-schied nehmen voller Schmerz und uns dann immer neu einlassen auf die Begegnung mit dem Auferstandenen. Es gibt keine Glaubenserlebnisse, die uns immerwährende Freude garantieren. Es gibt keine Glaubenserlebnisse, in denen wir uns einschließen können wie im Leib der Mutter. Immer neu müssen wir auf dem Weg unseres Glaubens entbunden werden, müssen wir Abschiede erleiden etwa von liebgewordenen Glaubensvorstellungen oder auch unserem Bild von Kirche. 
Österliche Freude ist kein seliger Dauerzustand, denn immer wieder machen wir Erfahrungen, die uns traurig stimmen. Aber immer wieder können wir mit Jesus Christus den Weg durch unsere Traurigkeiten hindurch gehen, weil er selbst diesen Weg gegangen ist und uns nun an die Hand nimmt. Er führt uns durch das dunkle Tal und tröstet uns. 
Und am Ende dieses Weges wartet der Auferstandene auf uns, wie er auf die Jünger wartete am Ostermorgen. Am Ende dieses Weges spüren wir eine Klarheit, die uns froh macht. Am Ende dieses Weges erschließen sich unserem Leben neue Perspektiven. Am Ende dieses Weges steht das Erkennen des Auferstandenen, steht das Staunen darüber, wie er uns heimlich und still begleitet hat durch alle Traurigkeit hindurch. Und am Ende dieses Weges wird dann auch einmal nach unserem Tod das Wiedersehen mit Jesus Christus stehen, der den Weg zum Leben an Ostern vorausgegangen ist. 
Dietrich Bonhoeffer hat diese österliche Glaubensgewissheit in ein Glaubensbekenntnis gefasst: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.“ 
Weil wir dies glauben, können wir getrost erwarten, was kommen mag. Denn wir sind von guten Mächten wunderbar geborgen und wissen, dass Gott bei uns ist am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Weil wir von dieser Gewissheit getragen sind, deshalb leben wir in einer österlichen Freude, die all unsere Traurigkeit verwandeln und die uns niemand nehmen kann.
Das Osterlicht ist kein Strahler, sondern das schwache Licht einer Kerze in der Dunkelheit. Es braucht Zeit, aber es bricht sich die Bahn und trotzt der Finsternis. Ein Funken nur, ein Aufblitzen von Gottes neuer Welt setzt in Bewegung. Wir können darauf vertrauen: Das Licht der Auferstehung, das Licht der Osterkerze, leuchtet uns voraus. 
Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.
 
Heike Springhart 
 

aktuelle Segensworte

 

Liebe - so bunt wie Konfetti!
Die Liebe ist bunt. Die Liebe ist bezaubernd.
Sie ist ein Geschenk! An Euch.
Die Liebe kann euch herausfordern
und an Grenzen bringen.
Sie soll aber bleiben, die Liebe!
Darum hilft Gott gerne mit seinem Segen!
 
So nehmt Euch an die Hand und spürt:
Gott segne Euch. Er ist die Quelle der Liebe.
Er segne euer Lieben, euer Lachen und eure Herzen.
Er gebe Euch Kraft in schwierigen Phasen…
Und die richtigen Worte und Gesten zur rechten Zeit.
 
Gott segne Eure Liebe!
Seid gesegnet!
 

Zwischendrin
Genieße es, 
mal nichts zu tun,
den Kopf in die Hände zu stützen
und einfach einmal auszuruhn
und überhaupt niemand zu nützen.
 
Gedanken gehen auf die Reise:
Was war?
Was ist?
Was wird noch werden?
 
Da, zwischendrin ertönt es leise:
"Auch du bist hier ein Gast auf Erden.
Sing dein Lied auf diesem schönen Stern,
und den Rest befiehl du deinem Herrn."
 
Reinhard Ellsel
 

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5 (L)
Gott, danke, dass dein Wort Lebenskraft ist.
Danke, dass du deiner Schöpfung die Treue hältst,
obwohl alles anders kam, als du es dir vielleicht gedacht hast.
Im Kleinen wie im Großen. Auch in meinem Leben.
Danke, dass du deine Welt nie aufgegeben hast.
Auch wenn ich es oft nicht sehen kann.
Nichts muss so bleiben wie es ist.
Auch nicht in meinem Leben.
Wenn du sprichst
wird Neues.
Amen.
 
Renate Karnstein
 

an deiner Krippen hier
Ich Steh an deiner Krippe hier ...
 
Ich darf mich dazugesellen,
hier an der Krippe zwischen Hirten und Weisen.
 
Mit meiner Sehnsucht nach Frieden
und und meinem Wunsch nach Hoffnung für die Welt.
 
Ich darf mich dazugesellen,
hier an der Krippe,
darf das Kind betrachten,
ihm mein Leben hinhalten,
mich hüllen in sein Geheimnis und spüren:
 
in seiner Nähe werde ich still.
 
Tina Willms
 

Advent
Advent heißt, zu träumen wagen:
 
dass die Welt eine andere sein könnte.
Dass einer Wege aus Licht ins Dunkle bahnt.
Dass einer der Erde nicht den Krieg,
sondern den Frieden erklärt, bis wir ihn endlich verstehen.
Dass einer uns nicht verloren gibt, sondern uns aufsucht,
 
jeden Menschen, auch dich und mich.
 
Tina Willms
 

Ewigkeit
In der Ewigkeit entspringt die Sehnsucht
nach einer neuen, heilen Welt.
Dort sind die Träume zu Hause
von einem Leben, das sich erfüllt.
 
Abgebrochene Lebenswege,
zerstörte Hoffnungen,
offene Fragen
haben nur das vorletzte Wort über uns.
 
Einmal spricht Gott ein neues "Es werde".
Dann werden Tränen getrocknet
und Schmerzen gestillt.
Der Tod wird vergehen für immer.
 
Ewigkeit: Das ist Zukunftsmusik,
die ins Heute klingt:
damit Sehnsucht und Träume uns antreiben,
schon jetzt die Erde zu verwandeln.
 
Tina Willms
 

Wegweiser zeigen die Richtung an.
Auf ihnen stehen das Ziel und die Länge der Strecke.
Wegweiser, die empfehlen umzukehren,
 habe ich noch nicht auf Wanderrouten gesehen.
 
Buß- und Bettag allerdings ist so ein Wegweiser.
Er empfiehlt mir umzukehren, wenn ein Weg in die Irre führt.
Aber geht das, auf dem Lebensweg umkehren?
Vielleicht kann ich eine Entscheidung korrigieren, neu ansetzen,
aber etwas ungeschehen machen, geht nicht.
 
Um im Bild des Lebensweges zu bleiben:
Ich kann bis zu einer entscheidenden Weggabelung zurückgehen
und eine andere Richtung einschlagen.
Dazu muss ich allerdings entdecken, dass ich falsch gelaufen bin.
Buße, Umkehr hat etwas mit Schuldeinsicht, Schuldbekenntnis, Reue zu tun.
 
In Verhältnis mit anderen Menschen hat Buße leider oft mit Strafe,
das wirst du mir büßen, mit Rache zu tun.
Im Verhältnis zu Gott hat Buße etwas mit Schuldbekenntnis,
mit der Bitte um Vergebung zu tun.
 
Die Lösung, die Gott anbietet, ist die Erlösung.
Deshalb ist es gut, dass es Buß- und Bettag heißt.
Ohne Gebet finde ich den richtigen Wegweiser nämlich nicht.
 
Carmen Jäger
 

November-Psalm
 
Der Wind zerrt die letzten Blätter von den Bäumen.
Mein Gott, wie ungemütlich sind diese Tage.
Du bist ein Gott des Friedens,
doch immer wieder gibt es Krieg und Streit.
 
Der Wind zerrt die letzten Blätter von den Bäumen.
HERR, mein Gott, ich bin hier nicht zu Hause.
Viele besuchen die Gräber ihrer Verstorbenen.
Die Deinen ruhen, HERR, in Deiner Hand.
 
Der Wind zerrt die letzten Blätter von den Bäumen.
Bei Dir suche ich Schutz und Halt.
Was ist mein Leben wert?
Mein Gott, eines Tages ziehst Du Bilanz.
 
Der Wind zerrt die letzten Blätter von den Bäumen.
Deine Gnade, HERR, trägt mich.
 
Reinhard Ellsel
 

 
Der Segen Gottes ist nicht die Garantie,
dass es kein Leid und keine Krankheit und keinen Tod gibt im Leben.
Er ist die Versicherung,
dass Gott uns begleitet in unserem Leben,
auch in unseren schwersten Stunden
und über den Tod hinaus in ein neues Leben.
So hat es Jesus selbst erlebt.
 
MARGOT KÄßMANN
 

Ich wünsche dir
Vertrauen in das,
was von selbst geschieht.
Die Erde zieht ihre Bahn,
das Licht kehrt wieder.
Der Same keimt,
der Stängel wächst,
die Blüte öffnet sich,
die Frucht reift.
Du darfst dich
gelassen zurücklehnen
und spüren:
Nicht alles hängt an dir.

Tina Willms
 

Gottes Segen sei für Euch wie eine Quelle, 
aus der Ihr Liebe füreinander schöpfen könnt. 
 
Gottes Segen sei für Euch wie eine tiefgehende Wurzel, 
so dass Ihr auch in den Stürmen des Lebens 
als Paar Bestand haben könnt. 
 
Gottes Segen sei für Euch wie die Sonne, 
so dass Eure Freude aneinander immer leuchtet. 
 
So segne Euch Gott! 
 

aktuelle Gebete

 

In dieser Welt haben wir Angst. 
Gier, Hass und Rachsucht sind mächtig geworden 
und bedrohen uns. 
Richte uns auf, du Gott der Gerechtigkeit, 
und richte uns aus.
 
In dieser Welt herrscht die Gewalt. 
Krieg siegt über Recht, nicht nur die Ferne, 
sondern auch in unserer Nähe. 
Schenke uns Klarheit, 
du Gott des Friedens, 
und lass uns erkennen, 
was dem Leben und der Freiheit dient.
 
In dieser Welt macht die Lüge sich breit. 
Falsche Nachrichten, falsche Bilder triumphieren. 
Schenke uns ein sicheres Urteil, 
du Gott der Wahrheit, 
über Gut und Böse.
 
In diese Welt ist dein Sohn gekommen, 
ein Bote der Gerechtigkeit, des Friedens und der Wahrheit. 
Er wurde verspottet, verleumdet, 
zu Unrecht verurteilt, gequält und getötet; 
und ist dir und deiner Liebe treu geblieben, bis zum Ende. 
Lass uns seinen Weg und seine Treue bedenken
in dieser Zeit der Bewährung.
 
Über dieser Welt stehst du mit deiner Güte und Gerechtigkeit. 
So bringen wir vor dich alle, 
die unter Gewalt, Ausbeutung und Lüge leiden. 
In den Kriegsgebieten. 
Ohne sichere Heimat. 
Ohne Auskommen und Aussicht. 
Gemeinsam mit ihnen vertrauen wir uns dir an.
 
Du hältst deinen Schirm über uns aufgespannt. 
Du gibst uns das tägliche Brot 
und den täglichen Mut, 
damit wir das Unsere tun – 
für uns selbst und für andere.
 
Du bist unsere Zuversicht 
und unser Gott, 
auf den wir hoffen. 
Amen.
 
von Dr. Johann Hinrich Claussen