Ökumenischer Liebessegen und Sekt zum Valentinstag trotz Regen ein Erfolg
Zum zweiten Mal haben katholische und evangelische Kirche in Kooperation mit der Sicht.Bar Paare eingeladen, um unter dem Motto „Liebe - So bunt wie Konfetti“ die Liebe zu feiern mit Gratissekt und Segen. Auch Freundschaften konnten gesegnet werden.
Der Valentinstag gilt als Festtag der Liebe. Dass er in diesem Jahr auf einen verregneten Fasnachts-Samstag fiel, schien die Besucher am Sektstand vor der Sicht.Bar in der Hauptstraße nicht zu stören. Zu munteren Geigenklängen der Straßenmusiker stieß man auf die Liebe an, viele nutzten das Angebot, ihre Beziehung unter den Segen Gottes zu stellen. Denn die Liebe ist kostbar, aber wir tragen sie bekanntlich in zerbrechlichen Gefäßen. Mit dem Liebessegen am Valentinstag wollen die Kirchen ein Zeichen für die Liebe und gegen Hass setzen.
Sie seien extra von Herbolzheim zum Valentinssegen nach Offenburg gekommen, erzählte ein Paar, „Wir machen das, weil es uns einfach guttut“. Zwei andere waren fastnächtlich verkleidet unterwegs. Fröhlich in der Fasnacht und fröhlich in der Familie, das passe zusammen, lachten sie. Mit dem Segen Gottes für ihre Partnerschaft ginge es nochmal so gut. Bereits im letzten Jahr sei die kirchliche Aktion in Kooperation mit der Sicht.Bar, die den Sekt spendierte, gut angekommen. Mitinhaber Rezan Mamkalo will mit dem Liebessegen to go Menschen aller Couleur und Konfessionen zusammenzubringen. „Es gibt so viel Negatives auf der Welt, dass es etwas ganz Schönes ist, wenn man ein wenig Liebe versprühen und etwas Positives in die Gesellschaft geben kann“, meint er.
Warum ein italienischer Bischof und Märtyrer zum Schutzpatron der Liebenden wurde, dazu gibt es allerdings keine verlässlichen historischen Quellen. Obwohl mehrere Heilige gleichen Namens im kirchlichen Heiligenkalender genannt werden, vermutet man hinter dem Freund der Liebenden den Bischof von Terni in Umbrien. Er starb um das Jahr 269 in Rom als Märtyrer, sein Gedenktag ist der 14. Februar. Nach der Legende soll er Liebespaare nach christlichem Ritus getraut haben, was während der Zeit der Christenverfolgung verboten war.
Segen bedeute dem anderen etwas Gutes zuzusagen, erklärte Stefan Meistert, Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. „Das machen wir gern jedes Jahr. Wir wollen die Paare ja auch daran erinnern, dass sie sich immer wieder etwas Gutes tun, nicht nur am Tag der Liebenden“. Auch Oliver Wehrstein, Dekan im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau, freut sich über den besonderen Anlass, die Liebe ins Zentrum zu stellen. „Liebe ist ein Geschenk“, sagt er, „und wir als Kirchen wollen den Zuspruch von Gott weitergeben, eine unsichtbare Unterstützung, die ins Herz geht und stärkt“. Dazu suchten die kirchlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Gespräch mit den Passanten, auch Christian Meyer, evangelischer Pfarrer im Hanauerland, und Pastoralreferentin Sonja Schelbert von der katholischen Kirchengemeinde, boten Sekt und Segen an. „Gut, wenn wir unter die Leute gehen, mitten im Leben sind und nicht warten, bis die Menschen in die Kirche kommen“, beschreiben sie ihren seelsorgerlichen Auftrag.
Cornelia Dilger, Leitende Referentin der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau, war ebenfalls mit dem Sekttablett unterwegs und verteilte an Interessierte, die es eilig hatten, Segenskärtchen für Liebende und alle, die sich Liebe wünschen, „– so bunt wie Konfetti“. Der aufgedruckte QR-Code führt zu weiteren Informationen zu den Angeboten der Kirchen bis hin zu Fragen nach der kirchlichen Trauung.