Weltflüchtlingstag 2026 in Kehl: Mahnmal und Gottesdienst für Menschenrechte von Geflüchteten

- 02.06.2026 - 

Am Weltflüchtlingstag bringen die Katholische und die Evangelische Kirche zusammen ihre Sorge um Menschen auf der Flucht zum Ausdruck und appellieren an die Einhaltung von Menschenrechten für Geflüchtete.

Am Freitag, 19. Juni 2026 begehen Kirchen, Flüchtlingshelferkreise und Hilfsorganisationen gemeinsam den Weltflüchtlingstag und setzen ein Zeichen für die Würde von Menschen auf der Flucht und für die Wahrung ihrer Menschenrechte. Sie gestalten ein vielfältiges Programm aus Gedenken, Begegnung und ökumenischem Gottesdienst, an dem auch Heike Springhart, die Bischöfin der Evangelischen Badischen Landeskirche und Stephan Burger, der Erzbischof der Katholischen Diözese, mitwirken. 
 
Im Mittelpunkt steht das Gedenken an die Tausenden Menschen, die jährlich auf der Flucht nach Europa ihr Leben verlieren - im Meer, an den Außengrenzen Europas oder auf dem Weg dorthin. Allein im Jahr 2025 waren es nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 7.600 Tote und Vermisste. Insgesamt sind seit den 1990er-Jahren über 66.000 Todesfälle auf der “List oft Deaths” dokumentiert. Die aktuelle europäische Flüchtlingspolitik verschärft diese Gefahrenlage zusätzlich.  
 
Unter dem Motto „Beim Namen nennen“ wird wie in den Vorjahren rund um die Ev. Friedenskirche in Kehl ein Mahnmal errichtet: Stoffstreifen, beschriftet mit Namen und Todesumständen von Geflüchteten, werden an der Kirche befestigt. Das Mahnmal erinnert an die einzelnen Schicksale und macht die persönlichen Geschichten hinter den nur schwer erfassbaren anonymen Zahlen erkennbar. Das Mahnmal wächst seit vier Jahren kontinuierlich und ist zugleich ein öffentliches Zeichen des Protests gegen lebensgefährliche Fluchtbedingungen. Etliche Kirchengemeinden in der Schweiz und in Deutschland machen mit ähnlichen Mahnmalen auf die Situation von Menschen auf der Flucht aufmerksam.
 
In diesem Jahr nehmen auch der Katholische Erzbischof Stephan Burger und die Evangelische Bischöfin Heike Springhart an der Aktion teil, sowohl durch ihren Beitrag zum Mahnmal als auch zum ökumenischen Gottesdienst in der Friedenskirche.  
 
Bereits am Nachmittag ab 15.30 Uhr laden die evangelische und katholische Kirchengemeinde, Caritas, Diakonisches Werk sowie lokale Initiativen zu Begegnung und Austausch auf dem Marktplatz ein. Auch Landesbischöfin Heike Springhart und Erzbischof Stephan Burger sind vor Ort präsent und treten in den direkten Dialog mit Geflüchteten, Ehrenamtlichen und Interessierten.
 
Besucherinnen und Besucher können in der Friedenskirche selbst Namen von Geflüchteten aufschreiben und vorlesen und sich so aktiv am Mahnmal beteiligen. Die im Laufe des Nachmittags gesammelten Namen werden im Gottesdienst verlesen und dem Mahnmal hinzugefügt.  Der ökumenische Gottesdienst beginnt um 18 Uhr in der Friedenskirche Kehl und wird von Bischöfin Springhart und Erzbischof Burger mitgestaltet.
 
 
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