Projekt „Diakoniepunkte - Ämterlotsen“ erfolgreich angelaufen
- 16.06.2026 -
Unterstützung im Bürokratiedschungel
Wer Hilfe beim Verstehen von Behördenbriefen, beim Ausfüllen von Anträgen oder beim Vereinbaren von Terminen braucht, findet seit Februar 2025 eine niedrigschwellige Anlaufstelle im Gemeindehaus an der Martinskirche in Lahr: den Diakoniepunkt „Ämterlotsen“.
Experten des Diakonischen Werks beraten Klienten.
Quelle: EKHN / fundus-medien.de, Fundus, redaktionell frei verwendbar, nur im gleichen Kontext verwenden, 1346
Im Februar 2025 startete das Projekt „Diakoniepunkte – Ämterlotsen“ des Fachbereichs Sozialberatung des Diakonischen Werks Ortenau. Ziel ist es, Menschen unkompliziert bei alltäglichen Anliegen im Kontakt mit Behörden und Institutionen zu unterstützen – wohnortnah, kostenfrei und in geschützter Atmosphäre. Beworben wurde das neue Angebot über Lokalzeitungen, Gemeindeblätter und Gemeindebriefe der evangelischen Kirchengemeinden.
Geleitet wird das Projekt von Susanne Wacker, langjährige Mitarbeiterin des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau, gemeinsam mit Katja Buß, deren Arbeitsplatz sich in der Dienststelle Hausach befindet. Fachliche und organisatorische Unterstützung erhalten sie von Ulrike Haeusler, Dienststellenleiterin des Diakonischen Werks Ortenau in Lahr. Entwickelt wurde das Projekt im Fachbereich Allgemeine Sozialberatung – mit dem Ziel, die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den evangelischen Kirchengemeinden im Ortenaukreis zu stärken.
Ein solcher „Anlaufpunkt“ wurde in Lahr im Gemeindehaus der Auferstehungsgemeinde bei der Martinskirche eingerichtet. Hier engagieren sich Monika Redt und Petra Wacker seit der ersten Stunde ehrenamtlich als Ämterlotsinnen. An den Donnerstagvormittagen beginnt ihr Einsatz gegen 8.45 Uhr: Der Seminarraum und der Gemeindesaal werden zu Arbeitsplätzen umfunktioniert, Laptops aufgebaut und der Drucker eingeschaltet. „Unser wichtigstes Arbeitsgerät“, sagt Petra Wacker schmunzelnd. „Ohne Drucker geht nichts.“
Ein Hinweisschild im Eingangsbereich signalisiert: Wir sind heute von 9 bis 11 Uhr da. In der Küche werden Wasserkaraffen gefüllt, Gläser bereitgestellt – und auch an Familien ist gedacht. „Oft kommen Frauen mit kleinen Kindern“, berichtet Monika Redt. „Mit etwas Spielzeug im Foyer zeigen wir: Ihr seid willkommen.“ Die hellen, großzügigen Räume des Gemeindehauses bieten dafür ideale Bedingungen. Pro Vormittag sind jeweils zwei feste Termine pro Ämterlotsin vergeben, zusätzlich kommen immer wieder Menschen spontan vorbei – etwa mit einem Behördenbrief oder der Bitte um Unterstützung bei einem Antwortschreiben. Susanne Wacker steht den Ehrenamtlichen dabei als fachliche Ansprechpartnerin zur Seite.
Die Nachfrage wächst kontinuierlich. „Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn unser Team größer wird“, sagt Susanne Wacker. Berufliche Vorkenntnisse seien nicht erforderlich. Regelmäßige Austauschtreffen sowie Schulungen sorgen für Begleitung und Sicherheit im Ehrenamt. Angesichts der guten Resonanz denkt Ulrike Haeusler bereits über eine Ausweitung des Angebots auf weitere Standorte nach. Zusätzlich soll perspektivisch eine App als digitale Unterstützung erprobt werden, um Ratsuchende noch besser begleiten zu können.
Wer Freude daran hat, andere Menschen beim Ausfüllen von Anträgen oder beim Organisieren von Terminen zu unterstützen, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen – auch zum unverbindlichen Schnuppern.
Information
Die Ämterlotsinnen sind donnerstags von 9 bis 11 Uhr gemeinsam mit Susanne Wacker im Gemeindehaus an der Martinskirche in Lahr vor Ort. Unterstützt wird u. a. beim Ausfüllen von Anträgen (z. B. Kinderzuschlag, Wohngeld, Bildungs- und Teilhabepaket), beim Vereinbaren von Terminen mit Ärzten, Einrichtungen oder Behörden sowie beim Sortieren von Unterlagen und Verstehen von Behördenpost.